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Privatleben - Einblicke in die gute Stube
Nach ihrem ersten gemeinsamen Buch »
"Die Leute im Dorf Erlln" (2000) lassen Gerhard
Weber und Ralph Grüneberger in ihrem neuen Foto-Text-Band
"Privatleben",
der zur Leipziger Buchmesse 2003 von den Autoren in der
Denkmalschmiede Höfgen und in de Leipziger Rahngalerie
vorgestellt wurde, den Leser und Betrachter in kleinstädtische
deutsche Wohnzimmer und Küchen blicken.
Diese "Bilder aus der geschlossenen Gesellschaft",
aufgenommen 1984 bis 1990 in der sächsischen Kleinstadt
Colditz, lassen die untergegangene DDR-Gesellschaft Revue
passieren. Sie zeigen, dass sich die Menschen dieser Gesellschaft,
ob in der Nische oder in den umzäunten Freiräumen,
sehr wohl ihre Individualität zu behaupten wussten.
Es sind Fotografien von Menschen verschiedener Generationen,
von jungen, in die DDR hineingeborenen, als auch von älteren,
die den Rückzug in die sogenannten "eigenen vier
Wänden" sichtbar werden lassen.
Gerhard Webers Fotografien
von "Menschen des 20. Jahrhunderts" haben neben
den von August Sander Bestand; Weber steht in der Nachfolge
von Sander, ist gleichfalls ein Chronist und Lichtbildner
ersten Ranges, und das wohl zu aller erst, weil er mit den
Menschen vor seiner Kamera auf Augenhöhe bleibt und
mit seiner Art, den Bildmoment zum Lebensmoment zu verdichten
weiß.
Der Betrachter dieser Fotofolge ist eingeladen,
Geschichte und Geschichten von Gesichtern abzulesen. Von
Sebastian Haffner stammt der Satz, dass, wer Geschichte
verstehen will, auch in die Wohnzimmer blicken muss.
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In "Privatleben"
lassen Gerhard Weber und Ralph Grüneberger den Leser
und Betrachter in kleinstädtische deutsche Wohnzimmer
und Küchen blicken.
Die "Bilder aus der geschlossenen Gesellschaft",
aufgenommen 1987 bis 1990 in Colditz, lassen die untergegangene
DDR-Gesellschaft Revue passieren und zeigen, wie mannigfaltig
sich Individualität auch in dieser Gesellschaft zu behaupten
wusste.
Gerhard Weber hat mit seiner Porträtserie ein unwiederbringliches
Zeitdokument geschaffen. Besonders im Rückblick bestätigt
sich Webers Treffsicherheit, mit der er die unterschiedlichen
Charaktere erfasst hat, die sich mit den Jahren mehr und mehr
zu verdichten scheinen. Die Zwielichtigkeit privaten Lebens,
die in Bildern sichtbar wird, weist weit über die Entstehungszeit
dieser Aufnahmen hinaus.
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